Haut:
Im Gegensatz zu dem häufigen Vorurteil, daß Schlangen eine glitschige Haut besitzen, ist diese Glatt, trocken und lederartig. Wie bei allen Reptilien, hat sie die unterschiedlichsten Aufgaben zu erfüllen. So soll sie in erster Linie einen mechanischen und physiologischen Schutzwall gegen die Außenwelt bilden und die Schlange vor austrocknen bewahren. Auch stellt sie einen wirksamen Filter gegen das Eindringen bestimmter Lichtwellen dar. Betrachtet man die Haut einmal genauer, so erkennt man die hornige Oberfläche als eine Art Schuppenkleid . Bei Elaphe Guttata sind die Schuppen dachziegelartig angeordnet, und zwar immer so, das der Hinterrand jeder Schuppe den Vorderrand der daruffolgenden übererdeckt. Die einzelnen Schuppen sehen wie glatt poliert aus und sind nur teilweise mit einem schwachen Kiel versehen. Größere Schilder finden sich nur im Schädelbereich. Die Bauchseite ist mit einer einzigen Längsreihe verbreiterter Ventralschilder bedeckt, den so genannten Bauchschienen. Sie dienen der Fortbewegung und sind charakteristisch für die Schlangen insgesamt. Die Haut der Kornnatter besteht wie bei allen Reptilien aus drei verschiedenen Schichten mit unterschiedlichen Funktionen.
Da wäre als erste Schicht die äußerlich sichtbare Oberhaut Epidermis, die den eigentlichen Schutzwall gegen die äußeren Einflüsse bildet. Es handelt sich bei ihr um eine reine Hornschicht, die nur aus totem Material, dem Keratin, besteht. Aus diesem Grund ist sie auch nicht in der Lage mitzuwachsen. Da aber die Kornnattern wie alle Schlangen ihr Leben lang wachsen und die Oberhaut sich durch die ständige Berührung mit der Umwelt abnutzt, müssen sich die Schlangen in regelmäßigen Abständen
häuten.Unter der Epidermis liegt die Lederhaut (Corion), die aus Bindegewebe und elastischen Fasern besteht. Neben Gefäßen, verschiedenen Nerven und Sinneskörpern beinhaltet sie die Hautmuskulatur und die Farbzellen. Unter der Lederhaut liegt die dritte Schicht, die so genannte Unterhaut oder Sucutis. Ihre Aufgabe besteht allein darin, die Haut mit der darunerliegenden Muskulatur zu verbinden. Färbung:
Ihre Färbung erhalten die Kornnattern von den Pigmentzellen, die in der Lederhaut sitze. Da wäre als erstes das Melanin, ein dunkelbraunes Farbpigment, zu nennen. Es sitzt in den Melanophpren und ist hauptsächlich für die schwarzen, braunen und grauen Farbtöne verantwortlich. Fehlt das Melanin, so wirkt die Färbung insgesamt blasser. Während in der Natur diese Albinos oder Amelanistischen Farbschläge meist und sterben, da sie schlechter getarnt sind als die normalen Farbschläge und so leichter ein Opfer für Feinde darstellen, werden sie im Terrarium gezielt vermehrt. Verantwortlich für die gelben und roten Farbtöne sind die Chromatophoren, die in Verbindung mit anderen Pigmenten die verschiedenen Braunschattierungen erzeugen.
Die Färbung, die wir letztendlich sehen, kommt dadurch zu stande, daß das auf die Schlange fallende Licht von den einzelnen Farbzellen in seine Spektralanteile zerlegt und dann wieder gemischt reflektiert wird. Häutung:
Einer der eigenartigsten Vorgänge bei den Reptilien ist die Häutung. Bereits einige Tage vor
Beginn der Häutung erkennt man das vobestehende Ereignis an der Eintrübung der Augen ins Bläuliche. Auch die Färbung wird in der Regel stumpf und düster. Die Schlange verhält sich in dieser Zeit recht ruhig und nimmt nur noch in Ausnahmefällen Nahrung zu sich. ( Wobei ich persönlich diese Erfahrung noch nicht machen konnte, da meine Schlangen auch alle kurz vor einer Häutung Nahrung zu sich
nehmen) Erst am Ende dieser Phase wird die Kornnatter unruhig, kriecht umher und reibt ihren Kopf gegen feste Gegenstände, bis die Haut in der Mauelregion aufplatzt. (Siehe die Bilder auf dieser Seite der Reihenfolge nach, ist eine komplette Häutung einer meiner Tiere) Der Text geht nach den Bildern weiter...
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Dies unterstützt sie noch dadurch, daß sie Blut in den Kopf pumpt, und zwar besonders in den Bereich der Augen, so daß die Hornschicht dort aufzureißen beginnt. Wenn diese dann erst einmal von den Kiefern
abgestreift ist, erscheint es in der Regel für die Schlangen ziemlich einfach, sich aus der restlichen alten Haut zu befreien. Sie kriechen dafür durch dichtes Gestrüpp oder durch Felsspalten, bis sich die Oberhaut irgendwo verfängt oder festklemmt. Dann streift die Kornnatter sie einfach ab, in dem sie herausschlüpft. Dabei krempelt sie Innenseite der Haut nach aussen. Da sich ja nur die tote, dünne Oberhaut ablöst, zerreißt das Natternhemd - so wird die milchig gefärbte Hornhaut nach der
Häutung bezeichnet - sehr leicht. Auch ist das Natternhemd wesentlich länger als die Schlange, da jetzt die gesamte Haut in gestreckter Form vorliegt und somit um die Zwischenhäute, die sonst zwischen den Schuppen verborgen liegen, verlängert ist. Die Häufigkeit des Häutungsprozesses variiert recht stark. Das liegt zum einen an dem Alter der Tiere - so häuten sich Jungtiere während der Wachstumsphase natürlich wesentlich öfter als ausgewachsene Schlangen - und zum anderen an dem Nahrungsangebot
und dem Gesundheitszustand. Aber auch andere Faktoren wie Temperatur und Feuchtigkeit spielen eine Rolle. Ein gesundes Tier, das artgemäß gepflegt wird, häutet sich immer in einem Stück. Die erste Häutung frisch geschlüpfter Jungtiere erfolgt nach etwa 10 bis 15 Tagen. In dieser Zeit, wenn die Tiere eine enorme
Wachstumsrate an den Tag legen, erfolgt auch entsprechend oft die Häutung. Bereits 10 Tage nach der ersten kann die zweite erfolgen. Jungschlangen häuten sich im ersten Lebensjahr bei guter Ernährung 7- bis 13mal. Größere Tiere können sich bis zu acht mal im Jahr häuten. Auffallend ist auch, daß sich beide Geschlechter etwa einen Monat nach Beendigung der Winterruhe und die Weibchen häufig kurz vor und kurz nach der Eiablage häuten. Hin und wieder wurde auch im Terrarium eine Art Streßhäuten
beobachtet. Aufgrund von Ernährungsfehlern (zu hohe einseitige Vitaminabgaben) häuteten sich die Tiere häufiger als normal. Dieses ist natürlich der Gesundheit nicht förderlich, da die Schlangen ca. 2,5 bis 3% ihres Körpergewichts verlieren. Das Natternhemd selbst macht nur etwa 1% des Körpergewichts aus.
Doch wie geht nun der Häutungsprozeß vonstatten? Nach erfolgter Häutung beginnt für die Haut eine unterschiedlich lange Zeitspanne in einer Art Ruhezustand. Plötzlich, den genauen
Auslöser kennt man nicht, trifft die Haut erneut vorbereitungen für eine Häutung. Hierfür teilt sich ein Großteil der Zellen innerhalb der untersten Hautschicht. Dies geschieht so lange, bis mehrere Zellenreihen vorliegen, die sich von innen nach außen stärker abflachen. Jetzt kann man bereits zwei aufeinanderfolgende Generationen von Hautschichten erkennen. Unterhalb der ursprünglichen Hornhaut bildet sich eine Art Zwischenschicht, im nächsten Stadium eine Spaltzone zwischen der alten und
der neuen Epidermis.
Die innere Hornhaut wächst weiter und lagert Kreatine für die Festigkeit in die Außenschichten ein. Die restlichen, tiefer gelegenen Reihen werden zur neuen Zwischenzone. in dieser Phase hellt sich Haut auf. Ist der Reifungsprozeß abgeschlossen, streift die Kornnatter wie erwähnt die alte Haut als Natternhemd ab. Das Regenerationsvermögen der Haut ist nach Verletzung recht unterschiedlich ausgeprägt. Nach einer schweren Schädigung benötigen die Schlangen zum Beispiel mehrere Häutungen, ehe die Wunde völlig ausgeheilt ist. Die neu gebildeten Schuppen sind danach überwiegend unregelmäßig angeordnet. |