Beschreibung der Kornnatter |
| Elaphe Guttata ist eine schlanke, elegant wirkende Schlange. Die breiten Ventra-lia (Bauchschuppen) sind an ihren seitlichen Rändern scharf nach oben abgeknickt, wodurch ein geschicktes und sicheres Klettern ermöglicht wird. Ungefähr die mittleren fünf Reihen der Dor-salia (Rückenschuppen) sind schwach gekielt, bei Jungtieren jedoch
ziemlich glatt. Die Schuppenformel lautet in aller Regel 25-27-19, was bedeutet, dass man etwa eine Kopflänge hinter dem Kopf 25, um die Körpermitte 27 und vor dem Kloakenspalt 19 Schuppenreihen zählt. Es gibt fast immer 8 Supralabialia (Oberlippenschilder) und 11 Sublabialia (Unterlippenschilder). Die Anzahl der Ventralia (Bauchschuppen) schwankt zwischen 205 und 244, wobei Männchen der gleichen Population gewöhnlich fünf oder sechs Bauchschuppen weniger als die dazugehörigen Weibchen haben.
Andererseits besitzen sie einen längeren Schwanz als die Weibchen und daher auch mehr Subcaudalia (Schuppen auf der Schwanzunterseite), deren Anzahl sich populationsabhängig zwischen 47 und 84 bewegen kann. Wie für die Gattung typisch, ist das Analschild (das die Kloake bedeckende Schild) stets ungeteilt; individuelle Anomalien sind jedoch nicht ausgeschlossen. Innerhalb des Verbreitungsgebietes existieren deutliche morphologische Merkmalstendenzen von Nord nach Süd. So haben beispielsweise
Exemplare aus südlichen Populationen gewöhnlich mehr Ventralia und Subcaudalia als ihre Verwandten aus dem Norden. Die meisten Exemplare von Elaphe guttatet entsprechen in ihrer Färbung ihrem Namen "Rote Kornnatter" und sind mehr oder weniger hell rötlich orange bis bräunlich orange auf dem gesamten Rücken. Die Rückenmitte wird von einer Reihe großer, meistens ungefähr quadratischer Sattelflecken geziert, die jeweils zwei bis fünf oder manchmal auch mehr Rückenschuppenreihen in der
Länge einnehmen. Jeder Sattelfleck ist dabei von einem schwarzen Rahmen umgeben, welcher bis zu einer kompletten Schuppenreihe breit oder auch nur als feine Linie ausgebildet sein kann. In der Regel zählt man zwischen 25 und 45 solcher Zeichnungselemente; lediglich weit im Süden des Verbreitungsgebietes findet man gelegentlich ein Weibchen mit bis zu 50 Sattelflecken. Die Flecken selbst sind meist rotbraun bis kräftig rot und kontrastieren mit der Grundfarbe. Insbesondere im vorderen
Bereich des Körpers berühren die Ecken der Sättel einander bisweilen, so dass ein mehr oder weniger unterbrochener Mittelstreifen entsteht. Parallel und alternierend mit den Sattelflecken findet man speziell im vorderen Körperabschnitt auf den unteren Flanken kleinere rundliche oder langgestreckte Flecken mit rötlichem Zentrum und schwarzem Rand. Einige Tiere besitzen auch noch eine dritte Fleckenreihe an der Grenze zwischen den Flankenschuppen und den Ventralia. Der erste Sattelfleck im
Nacken hat zwei nach vorn ausgerichtete Arme oder breite Streifen, die auf der Mitte des Kopfes zu einer pfeilspitzenartigen Zeichnung zusammenfließen. Des weiteren erkennt man ein deutliches Band, welches von hinter und unterhalb des einen Mundwinkels durch das Auge über den vorderen Kopf durch das andere Auge und den gegenüberliegenden Mundwinkel in den seitlichen Kehlbereich verläuft. Dieses Band ist gewöhnlich deutlich rötlich, hat oftmals die gleiche Färbung wie die Rückenflecken und
besitzt auch deren schwarze Umrandung.Der Kehlbereich ist weiß und zeichnungslos; die Bauchseite ebenfalls weiß oder hell cremefarben, zeigt aber einige bis zahlreiche ungefähr quadratische oder rechteckige schwarze Flecken, die oft über einen bläulichen Glanz verfügen. Die Schwarzzeichnung ist hochgradig variabel und kann bei manchen Tieren rund drei Viertel der Bauchfläche ein-nehmen, bei anderen hingegen nur aus wenigen schwarzen Punkten bestehen. Im hinteren Abschnitt des Körpers beginnt an den äußeren Rändern der Ventralia jeweils eine Reihe schwarzer Punkte, die sich zu einem Streifen verdichten und bis hinter den Kloakalspalt auf die Seiten des Schwanzes reichen. Wie bei den Beschuppungswerten, so gibt es auch bei der Anzahl der Rückenflecken deutliche Tendenzen zu höheren Werten je weiter südlich man Tiere findet. Die Breite der schwarzen Ränder um die Sattelflecken nimmt hingegen entlang der Atlantikküste Richtung Süden immer mehr ab, und beide Phänomene erreichen in den südlichen Florida Keys ihre extremsten Erscheinungsformen. |